Neue Energie-Einsparverordnung (EnEV)

Die neue Energieeinsparverordnung (EnEV) wird viele Verschärfungen für neu gebaute Wohnungen und Häuser mit sich bringen. Für Bauherren bedeutet das: viele Heiztechniken werden dann die strengeren Effizienzstandards der EnEV nicht mehr erfüllen. Ob die EnEV wirklich das Ende von Erdgas, Öl und Co. im Neubau ist – diese Frage hat sich die Initiative Zukunft Erdgas gestellt und eine Studie beim Institut für technische Gebäudesanierung in Auftrag gegeben. Prof. Dr. Bert Oschatz vom Institut hat jüngst in einer Pressekonferenz exklusive Einblicke in die noch unveröffentlichte Studie gegeben.
 
Erdgas, EnEV 2016, Foto: Thomas Hansen / fotolia.com
Erdgas ist immer noch das beliebteste Heizmittel in Deutschland. Foto: Thomas Hansen /  fotolia.com 

Obwohl erneuerbare Energien ständig an Bedeutung  gewinnen, ist Erdgas immer noch eines der beliebtesten Heizmittel in Deutschland. Laut dem Statistischen Bundesamt haben sich im  Jahr 2013 51 Prozent der Bauherren für Erdgas entschieden. Etwa 40 Prozent bevorzugten eine Elektro-Wärmepumpe. Ein sehr geringer Prozentanteil entfällt auf Fernwärme, Pellets und Öl.

Dass Erdgas so beliebt ist, hat einen einfachen Grund: es ist günstig. Laut Dr. Timm Kehler, Vorstand der Initiative Zukunft Erdgas, kostet Erdgas rund 6,5 Cent pro Kilowattstunde. Für Heizöl beispielsweise werden rund 8,5 Cent fällig. Wird Erdgas dann auch noch in hocheffizienten Brennwert-Kesseln verbrannt, kommt auch in wirtschaftlicher Hinsicht keine andere Methode der Wärmeproduktion gegen diese vergleichsweise umweltschonende Technik an.

Die neue EnEV verschärft Energiestandards im Neubau

Mit der Energieeinsparverordnung (EnEV) wird nun allerdings der Energiestandard für Neubauten verschärft. Dann gilt:

  • Der höchstzulässige Jahresprimärenergiebedarf  zum Heizen, Lüften, Kühlen und Wassererwärmen sind im Vergleich zur EnEV 2014 um 25 Prozent. Dieser Bedarf kann beispielsweise durch verbesserte Dämmmaßnahmen oder die Verwendung regenerativer Heiztechnik erreicht werden.
  • Der maximal erlaubte, mittlere Wärmeverlust durch die Gebäudehülle sinkt im Vergleich zur EnEV 2014 um rund 20 Prozent.
  • Zum 1. Januar 2016 wurde der Primärenergiefaktor für Strom auf 1,8 abgesenkt. Seit Mai 2014 gilt ein Primärenergiefaktor von 2,4; im Jahr 2009 lag er bei 2,6. Grund für diese Absenkung ist der immer größere Anteil regenerativ erzeugten Stromes am Strommix. Der Primärenergiefaktor zeigt das Verhältnis von der eingesetzten Primärenergie zur abgegebenen Endenergie.

Konkret bedeutet das für Bauherren: Ab 2016 erfüllen nur noch die Elektrowärmepumpe und Pelletheizung die verschärften Effizienzstandards der EnEV. Für Erdgas, Öl und Co. wird oftmals das Ende in neu gebauten Häusern und Wohnungen heraufbeschworen. Ob das wirklich so ist und welche Maßnahmen erforderlich sind, um auch weiterhin andere Heiztechniken einsetzten zu können – mit diesen Fragen beschäftigt sich eine Studie des Instituts für technische Gebäudesanierung im Auftrag der Initiative Zukunft Erdgas.

Erste Einblicke in die Studie ergeben:

In der Kombination mit Solar kann weiterhin mit Erdgas und Öl geheizt werden. Allerdings werden dann zusätzlich eine solare Heizungsrückgewinnung oder eine Wärmerückgewinnung benötigt. Wer mit Brennstoffzelle oder einer Gaswärmepumpe heizen will, braucht seit 2016 fünf Prozent mehr verbesserten Wärmeschutz.